(K)eine Frage der Kassenlage

Aktionstag für dauerhafte Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit muss bleiben – dauerhaft. Unter diesem Motto fanden am 21. Mai 2014 landesweit viele Demonstrationen und Protestaktionen statt, auch in Wuppertal, wo ein Aktionsbündnis für den Erhalt der Schulsozialarbeit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets schon lange aktiv ist.
Aktionstag für dauerhafte Schulsozialarbeit

Foto:I. Hanten

In Wuppertal hat sich schon zu Beginn des Jahres 2013 ein Aktionsbündnis zusammengefunden, das sich für eine Verlängerung der Schulsozialarbeit über das Jahr 2013 hinaus stark gemacht. Dabei beschrieben alle Beteiligten immer wieder die Notwendigkeit und den hohen Gewinn durch die Schulsozialarbeit. Zu einer Weiterentwicklung von Schule und ihrer Aufgaben gehört Schulsozialarbeit dauerhaft und verbindlich dazu. Politiker*innen – ob auf Stadt-, Land- oder Bundesebene, haben diese Sichtweise stets unterstützt. Einig waren sie alle zugleich aber auch darin, die Finanzierung nicht übernehmen zu können oder zu wollen. 

Große regionale Unterschiede

Insgesamt ergibt sich in NRW ein völlig uneinheitliches Bild in der Umsetzung und der Dauer der Schulsozialarbeit. In etlichen Kommunen ist ihre Finanzierung durch das Bildungs- und Teilhabepaket ausgelaufen, in anderen wird sie mit Restmitteln weitergeführt, in wieder anderen in kommunaler Trägerschaft. Die Stadt Wuppertal hat unter dem Druck der Öffentlichkeit per Ratsbeschluss im Februar zumindest eine Verlängerung der Schulsozialarbeit bis zum Ende 2014 herbeigeführt. Auch die Beschäftigungsverhältnisse der Schulsozialarbeiter*innen sind sehr verschieden. In der Regel sind sie nur befristet im Rahmen des Projektes angestellt, nur wenige haben unbefristete Verträge. Die meisten sind bei freien Trägern tätig, wenige direkt bei der Kommune.

Landesweite Proteste

Auf Initiative des Wuppertaler Aktionsbündnisses und mit Unterstützung der GEW NRW hat das landesweite Bündnis zu einem Protesttag am 21. Mai 2014 aufgerufen. Von Minden-Lübbecke bis Köln beteiligten sich mehrere tausend Menschen – Schulsozialarbeiter*innen, Lehrer*innen, Schüler*innen, Eltern, Politiker*innen und engagierte Bürger*innen – an den Aktionen in den einzelnen Kommunen und Landkreisen. Sie forderten die dauerhafte Verankerung der Schulsozialarbeit und zeigten, wie vielfältig deren Aufgaben sind. In Wuppertal wurden Transparente aufgehängt und ein Banner vom Verwaltungshaus herabgelassen. Einheitliche, rote T-Shirts und Luftballons trugen den landesweiten Slogan: „Schulsozialarbeit muss bleiben. Dauerhaft.“ Über 200 Menschen versammelten sich zu einem Smartmob, der lautstark durch eine Trommelgruppe begleitet wurde. Während des Protesttags sprachen Frank Gottsmann als Vertreter der Bündnisse in Wuppertal und NRW, Susanne Adlung als Vertreterin der GEW, Tülün Sömer als Vertreterin der Eltern sowie Dr. Stefan Kühn, Sozialdezernent der Stadt Wuppertal. In ihren Beiträgen beschrieben sie die unverzichtbaren Tätigkeitsfelder der Schulsozialarbeit.

Schulsozialarbeit hat sich bewährt

Aus der Sicht aller Beteiligten, Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern, hat die Schulsozialarbeit sich bewährt: Sie sichert kulturelle Teilhabe, ermöglicht soziale Integration und fördert Chancengleichheit. Sie wirkt präventiv und nachhaltig. Zu einer Schule, in der Integration und Inklusion gelingen sollen, gehört die Schulsozialarbeit verbindlich und dauerhaft dazu und das nicht nur in Kommunen, die es sich leisten können. Schulsozialarbeit und die damit verbundenen Chancen für Kinder und Jugendliche müssen in jeder Schule kontinuierlich gewährleistet sein.        

Inge Hanten // In: nds 6/7-2014