Mutlose Schulentwicklung ohne Vorschau

GEW Dortmund zur Schulausschusssitzung

Dem Schulausschuss liegt am kommenden Mittwoch eine Vorlage zur zukünftigen Entwicklung der Dortmunder Schullandschaft vor. Damit möchte die Schulverwaltung auf die steigenden Schülerzahlen reagieren und die Schullandschaft den wachsenden Herausforderungen anpassen.

„Für den Bereich der weiterführenden Schulen ist diese Planung mutlos", kritisiert der Vorsitzende der GEW Dortmund Volker Maibaum diese Vorschläge. Aus Sicht der GEW wird durch die Erhöhung der Zügigkeit auf kurzfristige Maßnahmen gesetzt, statt sich langfristig auf Entwicklungen einzustellen. „Die steigenden Zahlen in der Grundschule sind seit 2017 bekannt. Sie steigen weiter.“ Die Container können nur eine Übergangslösung sein, gleiches gilt für die Kapazitätserhöhungen an Gesamtschulen und Gymnasien. Aus Sicht der GEW müssen jetzt die Beschlüsse für Entwicklungen des nächsten Jahrzehntes gefasst werden. In der Grundschule geht man bis 2023/24 von ca. 5.500 bis 5.700 Erstklässler aus, so stand es in einer Vorlage aus dem Februar 2018. Im Übergang der Grundschule zur den weiterführenden Schulformen ist ab Mitte der 2020er Jahre sogar von fast 6.000 die Rede. Im Wesentlichen orientieren sich die Eltern an den Schulformen, die einen hohen Bildungsabschluss anbieten, also am Gymnasium und der Gesamtschule. Die GEW hat immer darauf verwiesen, dass die Kapazitäten vor allem im Bereich des gemeinsamen Lernens erhöht werden müssen. Mit der Erhöhung der Zügigkeit an den drei Gesamtschulen reagiert man nur aktuell auf die steigenden Anmeldezahlen. „Wenn allerdings 2025, bei einer Zahl von 5.700 Übergängen, weiterhin 27 % ins gemeinsame Lernen der Gesamtschule wollen, müssen weiterhin über 200 Kinder abgewiesen werden", rechnet Volker Maibaum vor. Sollten die Zahlen wie prognostiziert sogar auf 6.000 Übergänge steigen und gleichzeitig der Elternwunsch in Richtung Gesamtschule steigen, was zu erwarten ist, stiegen die Ablehnungen weiter in die Höhe. Somit ist gewollt, dass nicht alle Eltern ihren Wunsch Gesamtschule realisieren können.

„Zwei neue Gesamtschulen, eine im Dortmunder Süden und eine in Eving, wäre ein mutiger und richtiger Schritt“, meint die GEW Dortmund. Dazu wäre eine vierzügige neue Gesamtschule am Standort der Sekundarschule in Westerfilde im Dortmunder Nordwesten eine sinnvolle Ergänzung. „50 Jahre nach Gründung der ersten Gesamtschule in Dortmund wäre es an der Zeit, dass die Bildungsstadt Dortmund das gemeinsame Lernen in den Mittelpunkt stellt“, fordert der GEW Vorsitzende Volker Maibaum. „Der Schulausschuss sollte am Mittwoch mutig und vorausschauend sein.“

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Volker Maibaum GEW Dortmund
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