JA 13 Aktion an der Landtagswiese

JA 13 Weil alle Lehrer*innen es verdienen

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hatte in ihrer kleinen Regierungserklärung am 4. Oktober eine Besoldungsreform in Aussicht gestellt. Die mittlerweile gleichlange und gleichwertige Lehramtsausbildung soll Konsequenzen im Besoldungsrecht haben, von der auch Tarifbeschäftigte profitieren. Für die GEW NRW ist dieser Schritt längst überfällig. Rechtsexperte Prof. Dr. Ralf Brinktrine, Universität Würzburg, hatte bereits im Jahr 2015 in einem von der nordrhein-westfälischen Bildungsgewerkschaft in Auftrag gegebenen Gutachten die schulformabhängige Besoldungseinstufung von Lehrkräften als verfassungswidrig bewertet

Für die Vorsitzende der GEW NRW Dorothea Schäfer steht fest: „Es gibt keine sachlichen Gründe, Lehrkräfte an Grundschulen und an den Schulformen der Sekundarstufe I schlechter zu bezahlen. Hochschulausbildung und Vorbereitungsdienst sind für Lehrer*innen aller Schulformen gleich lang. Im Lernprozess der Kinder leisten sie gleichwertige Arbeit.“ Im Gegensatz zu den Lehrkräften an Grundschulen, an Haupt, Real- und Sekundarschulen sowie in der Sekundarstufe I der Gesamtschulen erhalten Lehrer*innen an Gymnasien, in der Sekundarstufe II sowie an Berufskollegs als Berufsanfänger*innen eine Besoldung nach A 13 mit Zulage. Nach Berechnungen der GEW NRW liegt die Differenz im Einstiegsgehalt zwischen A 12 und A 13 Z bei mehr als 600,- Euro.

Die Vorsitzende der GEW NRW bekräftigt ein zentrales politisches Ziel der Gewerkschaft im Rahmen der Kampagne: „Bei der angekündigten Reform der Besoldung dürfen diejenigen nicht abgehängt werden, die zwar nach der alten Studienordnung studiert haben, deren Berufserfahrung aber die inzwischen verlängerte Ausbildungszeit mehr als aufwiegt und die in der aktuellen Situation des Lehrkräftemangels zudem viele zusätzliche Aufgaben wie die Einarbeitung von Kolleg*innen ohne Lehramt übernehmen. Berufserfahrung und die Übernahme von Verantwortung müssen angemessen honoriert werden. JA 13! Weil alle Lehrkräfte es verdienen!“

Zur Verdeutlichung des finanziellen Unterschieds wendet die GEW in ihrer bundesweiten Kampagne das Prinzip des „umgekehrten Equal Pay Day“ an: Gemessen an der Besoldung nach A 13 Z arbeiten alle Lehrkräfte, die nach A 12 bezahlt werden, die letzten fünf Wochen des Jahres unbezahlt. Die Aktion in Düsseldorf fand am 21.November ab 15.00 Uhr vor dem Landtag statt.

Weitere Infos unter: www.gew-nrw.de/ja-13  

Berthold Paschert
Pressesprecher
berthold.paschert@gew-nrw.de

JA 13 Aktion Düsseldorfer Landtagswiese am 21.11.2017